Tuesday, 4 October 2011

Marx in Rußland: Eine Wiederkehr. Manfred Lauermann

29.09.2011 / Feuilleton / Seite 12

Marx in Rußland: Eine Wiederkehr


Kein orthodoxer Retrosalat: Eine Tagung in Berlin verhandelte die Sicht von
Marx und Engels auf die russische Entwicklung

Manfred Lauermann

Wie lange ist es her, daß auf einer wissenschaftlichen Tagung in Berlin
russisch gesprochen wurde? Wie lange, daß nicht neoliberales, jelzinisiertes
Fastfood oder orthodox-russischer Retrosalat gereicht wurden, sondern weit
schmackhaftere Kost? Nämlich Marx’ und Engels’ »Sicht auf die europäische
Politik und sozialpolitische Entwicklung Rußlands«, am Wochenende initiiert
vom »Berliner Verein zur Förderung der MEGA-Edition«, mitveranstaltet von
der Rosa-Luxemburg-Stiftung und deren Berliner Sektion »Helle Panke«. MEGA
ist bekanntlich die Abkürzung für die Marx-Engels-Gesantausgabe. Eine
Veröffentlichung der Vorträge ist für nächstes Jahr geplant.

Stellen wir uns ein historisches Gemälde von Ilja J. Repin vor, welches
restauriert wird: Obwohl das Ganze als Gestalt präsent ist, beugt man sich
nur über einen Ausschnitt, den man Detail für Detail nach verderbten Stellen
absucht, zuweilen die Farben auffrischt. Ähnlich verhält es sich mit dem
Thema Rußland bei Marx und Engels. Ausgespart wurde bei diesem auf der
Tagung verhandeltem »Gemälde« die Charakterisierung Rußlands als einer
»asiatischen Barbarei«, später berühmt als das Wittfogel-Problem,
unterbelichtet war der Zusammenhang der Prognosen von Marx und Engels mit
Lenins eindeutige Analyse »Die Entwicklung des Kapitalismus in Rußland« und
erst recht der zur Oktoberrevolution.

Folgender Ausgangspunkt also war gegeben: 1.) In der russischen Frage war
Engels der Anreger, nicht nur lernte er gut 20 Jahre früher Russisch,
sondern er war Marx in vielen Beurteilungen sowie in Urteilskorrekturen
zeitlich voraus. 2.) Rußland galt ab 1848 als Hort der Reaktion, welches in
Europa ständig Energie für Konterrevolutionen bereitstellte, dessen eher
»asiatischer« Gesellschaftsaufbau sich entschieden von der Moderne
unterschied, während es nach 1861 durch die Bauernbefreiung eindeutig Teil
Europas wurde. 3.) Durch die Niederlage Rußlands im Krimkrieg (1854/1855)
und nach dem Pariser Friede (1856) wird dem Übergewicht Rußlands in Europa
ein Ende gemacht. Diese Ergebnisse der Forschungen wurden von Paolo Dalvit
(Mailand), der zudem einen weiteren Band der neuen italienischen
Marx/Engels-Ausgabe mitgebracht hatte (Sritti 1854/55, edizione Lotte
Communiste 2011), sowie von Hanno Strauß (Berlin) vorgestellt und erweitert.

Die 1850er Jahre waren zweifellos ein Jahrzehnt der politischen Theorie von
Marx ähnlich wie dann die 6oer eines der Ökonomie. Dem entsprach
unausgesprochen der Vortrag von Manfred Neuhaus über Marx als gut bezahlter
Europakorrespondent der New York Tribune, immerhin einem Blatt von 145000
Auflage. Auch mußte Marx natürlich den ideologischen Horizont der
bürgerlich-liberalen Zeitung berücksichtigen, wobei bei uns
Interpretationsunsicherheiten entstehen, wie Dalvit anmerkte, was ist
originäre marxistische Theorie, was ist Maskierung eines Theoretikers der
Moderne? Die Rolle der unterdrückten Klassen blieb für die bürgerliche
Öffentlichkeit nur im Ungefähren und wurde moralistisch angemalt. Wunderbar
klar war der Vortrag von Giovanni Sgro (Neapel) über die Stellung des späten
Marx zu Rußland (Briefe an die Redaktion der Otetschestwennyie Sapiski und
an Vera Sassulitsch). Marx weist darauf hin, daß seine Kapitalismus-Analyse
ein reflektierter Idealtypus sei, der so nicht auf andere Kulturen als den
der westlichen Industrieländer zu übertragen ist. Durch die eigentümliche
Beharrung der russischen Dorfgemeinde auf Formen von Gemeineigentum, die im
Kapitalismus längst zerstört sind, enthält Rußland einen andern
Gesellschaftstypus, einen anderen Code, der unter bestimmten Umständen
benutzt werden kann, mit direkteren Vergesellschaftungsweisen zu
experimentieren, solange die Arbeit nur partiell in Lohnarbeit transformiert
wurde.

Kontrovers, wie zu erwarten, wurde der Bakunin-Teil. Wolfgang Eckhardt
(Berlin) sprach über Bakunin vs. Marx und Vesa Oittinen (Helsinki) über
Marx, Bakunin und Dostojewski. Letzterer konzentrierte das Bakunin-Problem
geistesgeschichtlich überzeugend auf den Nihilismus-Diskurs, der bei
Dostojewski dichterisch gestaltet wurde, während dagegen eher ideenpolitisch
Wolfgang Eckhardt (Herausgeber einer neuen schönen Bakunin-Ausgabe bei Karin
Kramer in 12 Bänden) eindeutig Partei nahm gegen die autoritären
Marx/Engels, die Bakunin als Richtung und Person aus der 1. Internationale
herausdrängten. Ein Verdacht blieb, die früher übliche Hagiographie von Marx
sei durch Bakunin abgelöst: Engel und Teufel tauschen ihre Rollen.

Mit Bakunin war das russische Thema in Gestalt einer großen Figur des 19.
Jahrhunderts angeschnitten. Ein anderer Emigrant stand im Zentrum bei
Tatjana Ivanova Filimonova vom Petersburger Plechanov-Haus. Ihr gelang
wunderschön die Vergegenwärtigung von Georgi Walentinowitsch, und die Zeit
schien stille zu stehen, hatte doch die Morgenpresse über die Inaugurierung
Putins quasi als Zar Putin II berichtet. Eine ähnlich empathische
Darstellung gelang Svetlana Gavricenko, die durch mehrere Briefbände der
MEGA bekannt ist, mit der Person von V.V. Bervi-Flerovskijs, dessen »Lage
der arbeitende Klasse in Russland« (1869) Marx auf eine Stufe stellte mit
Engels soziologischem Meisterwerk »Lage der arbeitenden Klasse in England«
(1845). Ein ähnlicher origineller Kopf wurde von Valerij Fomicev (Moskau)
präsentiert: S.A. Podolinskij, einen Mediziner, der in Paris und Breslau
studierte und dessen Vormanuskript von »Le Travail Humain et la Conservation
de l’Energie« (1880) Marx mit Randnotizen versehen hat: Eine genialisch
spekulative Überlegung, wie der Marxsche ökonomische Arbeitsbegriff mit
einem physikalischen Arbeits=Energie-Begriff verkoppelt werden kann.

Abschließend breitete Rolf Hecker uferloses Material aus zur ersten
russischen Übersetzung des Kapitals Band 1 von N. F. Danielson (1844–1918),
dem die Bände 2 und 3 folgten, so daß Marxens Hauptwerk ausgerechnet in
Rußland zuerst als Übersetzung vorhanden war, was die politischen Vorurteile
bei den Klassikern über die russische Gesellschaft nachhaltig ins Schwanken
brachte. Wie bei der Diskussion zu Plechanov-Ausgaben und Briefsammlungen
der russischen Sozialisten wurde noch einmal sichtbar, welche editorische
und wissenschaftliche Arbeit in der Sowjetunion seit der Oktoberrevolution
geleistet wurde. Mit einem Wort: In russischen Archiven liegt als
Bakuninsches Dynamit genügend Material, um nach der Thronbesteigung von
Putin II, dialektisch angestoßen durch Asien (anwesend waren auch Gäste aus
Japan und China, wo laufend Übersetzungen nach der MEGA fabriziert werden),
erneut die Überwindung des Kapitalismus auf die Tagesordnung zu setzen.
Vorbote möge die neue, wissenschaftlich beeindruckend überarbeitete
dreibändige Kapitalausgabe sein, die 2011 in Moskau neu erschienen ist.
Marx, prophetisch, aus einem Brief an die Lafargues, 5.3.1870: »... daß eine
äußerst schreckliche soziale Revolution – natürlich in den niederen Formen,
wo sie dem gegenwärtigen Moskowiter Entwicklungsstand entsprechen – in
Rußland unvermeidlich ist und nahe bevorsteht. Das sind gute
Nachrichten...!«

Den Artikel finden Sie unter: <http://www.jungewelt.de/2011/09-29/030.php

(c) Junge Welt 2011

<http://www.jungewelt.de

Thursday, 29 September 2011

Message from Science & Society

Science & Society
Special 75th Anniversary Celebration
Friday, October 14, 7:30 p.m.

Dear Friend,

As you probably know, Vol. 76, No. 1 of *Science & Society* is in
production, which means that we have completed 75 years -- three quarters
of a century! -- of continuous publication of first-order research in
Marxist theory, philosophy and historical/cultural studies. This is a
remarkable achievement, and one that is unique, worldwide.

We are celebrating (as well we should!) by holding a special 75th
Anniversary Party, on *Friday, October 14*, at the Brecht Forum in New
York City. The Brecht Forum is at West Street between Bank and Bethune,
just south of 14th Street on the far west side of Manhattan. You will
find a map and other directions at brechtforum.org. Join us at 7:30;
program begins at 8.

Planning is just getting under way. The keynote speaker will be Dr.
Gerald Horne, a long-time member of our Editorial Board and a prolific
social and cultural historian. Many recent authors, from several
continents, will be present, and will be introduced and honored for their
contributions. We have several musical and artistic components lined up;
it is too soon to announce them, but be assured that this will be a
memorable event -- politically, intellectually, culturally . . . and
gastronomically!

As the capitalist economic and social crisis deepens across the globe, it
is important to mark our victories and achievements. S&S is just one
small one, but you have played a part in it, and the cumulative impact of
that is, well, incalculable. So let’s celebrate!

In solidarity,

The *Science & Society* Editorial Board

Stefano G. Azzarà UN NIETZSCHE ITALIANO Gianni Vattimo e le avventure dell'oltreuomo rivoluzionario



 


Stefano G. Azzarà
UN NIETZSCHE ITALIANO
Gianni Vattimo e le avventure dell'oltreuomo rivoluzionario
Con un'intervista a Vattimo su Nietzsche, la rivoluzione, il riflusso
Manifestolibri, Roma 2011
ISBN 978-88-7285-691-8
euro 30,00


Se il primo incontro di Gianni Vattimo con Nietzsche intendeva soprattutto denazificare il filosofo tedesco e recuperarlo in chiave esistenzialistica, ben più originale è la lettura degli anni Settanta, quando il padre dello Zarathustra assume le vesti tutte politiche di un autore libertario e "rivoluzionario", diventando punto di riferimento per la sinistra.


Il volume ripercorre criticamente la storia dell’«oltreuomo» dionisiaco, mettendola in relazione con l’uso pubblico che di Nietzsche è stato fatto nel periodo della contestazione sessantottina, dell’Autonomia e infine del terrorismo e del riflusso. Emerge in controluce la storia di una parte dell’intellighenzia critica italiana, alla ricerca di una via d’uscita "individualistica" dalla dialettica e dalla crisi del marxismo anche attraverso autori che, pur collocati a destra, mettevano in evidenza i limiti della società borghese e del pensiero universalistico. Con il rischio, però, di favorire quella mentalità neoliberale che costituisce oggi il più pericoloso avversario per la democrazia moderna. 

NOTIZIE BIOGRAFICHE

Stefano G. Azzarà (Messina, 1970) è ricercatore confermato di Storia della filosofia presso il Dipartimento di Scienze dell'Uomo dell'Università di Urbino e segretario della presidenza della "Internationale Gesellschaft Hegel-Marx für dialektisches Denken".


Il suo lavoro si concentra sul confronto tra le grandi tradizioni filosofico-politiche dell'età contemporanea: conservatorismo, liberalismo, materialismo storico. Oltre ad aver pubblicato numerosi saggi e articoli, ha scrittoGlobalizzazione e imperialismo(Napoli, 1999), Pensare la Rivoluzione conservatrice. Critica della democrazia e «grande politica» nella Repubblica di Weimar (Napoli, seconda ed. 2004), Politica, Progetto, Piano. Livio Sichirollo e Giancarlo De Carlo a Urbino (Ancona, 2009),L'imperialismo dei diritti universali: Arthur Moeller van den Bruck, la Rivoluzione conservatrice e il destino dell'Europa (Napoli 2011). Ha inoltre curato l'edizione italiana del libro di Jan Rehmann I nietzscheani di sinistra. Deleuze, Foucault e il postmodernismo (Roma, 2009) e il dossier Nietzsche, il nietzscheanesimo e il postmodernismo, numero monografico di "Marxismo Oggi", 2/2008.
Altre notizie sul suo blogwww.materialismostorico.it 

Tuesday, 27 September 2011

Mr. Marx - brillant und bissig Marx-Engels-Forscher feierten in Berlin nicht nur neuen MEGA-Band


27.09.2011

Mr. Marx - brillant und bissig

Marx-Engels-Forscher feierten in Berlin nicht nur neuen MEGA-Band

Von Karlen Vesper
Die Sicht von Marx und Engels auf europäische Politik und Russland Mitte des 19. Jahrhunderts war das Thema einer zweitägigen Konferenz, zu der Wissenschaftler aus Europa und Asien sich in Berlin, im Domizil des Vereins Helle Panke, trafen. Sie feierten zudem das Erscheinen eines neuen Bandes der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA): Band IV/26.
Marx-Engels-Forscher sind ein eigenartiges Völkchen. Der Eifer und die Empathie, mit der sie sich Leben und Werk ihrer Protagonisten widmen, suchen ihresgleichen. Selbst Tagungspausen werden nicht mit privater Plauderei vergeudet, sondern zum Austausch neuer Erkenntnisse, zur Diskussion strittiger Fragen und editorischer Probleme genutzt.

Geistreich, aber ...

Mit leuchtenden Augen zitierte Manfred Neuhaus, bis dato in Personalunion Leiter der MEGA-Arbeitsstelle in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie Sekretär der Internationalen Marx-Engels-Stiftung, aus Artikeln von Marx in der »New York Tribune«. Dessen Mitarbeit als Europakorrespondent im »linksliberalen Blatt mit sozialistischem Einschlag Fourierscher Prägung« verdankte sich einer Begegnung 1848. Wie der sich nun in den rastlosen Ruhestand begebende Leipziger kundtat, weilte der Chef des außenpolitischen Ressorts der »Tribune« in diesem Revolutionsjahr bei den Marxens und war vom Esprit des Redacteurs en Chef der »Neuen Rheinischen Zeitung« ebenso eingenommen wie vom Charme der Gattin Jenny. 1851 folgte die Einladung, über Vorgänge in der Alten Welt für die Neuen Welt zu berichten - und zwar »geistreich und ungeniert«. Ein unnötiger Rat, entsprach dies doch dem Stil und Naturell des Philosophen aus Trier. »Mr. Marx« wurde nicht nur einer der am meisten geschätzten, sondern auch bestbezahlten Autoren der »Tribune«, die mit einer Auflage von 145 000 Exemplaren damals die »New York Times« weit übertraf,
Neuhaus würdigte Marxens akribische Chronistenpflicht, über alle relevanten und auch scheinbar marginale Ereignisse in Europa, über Wirtschaft wie Politik zu berichten. Er pries dessen subtile Analysen diplomatischer Korrespondenzen und brillanten Schilderungen von Parlamentsdebatten. »So etwas lesen wir heute nur noch im Feuilleton der Neuen Züricher Zeitung«, meinte Neuhaus, der selbstredend nicht vergaß, auch den Freund zu loben. Es sei noch heute faszinierend, wie authentisch und (relativ) aktuell Engels für die »Tribune« über das Kriegsgeschehen auf der Krim schrieb, ohne vor Ort zu sein.
Über die umstrittene Positionierung von Marx und Engels im Krimkrieg (1853 bis 1856) sprach Paolo Dalvit. Der Gast aus Mailand widersprach dem Vorwurf von Russophobie. Marx sah - wie andere Zeitgenossen - im zaristischen Russland den Gendarmen Europas, Bollwerk der Reaktion und ein barbarisches Völkergefängnis. Bemerkungen wie »finstere asiatische Despotie« sowie der Wunsch, es möge sich eine griechisch-slawische antirussische Partei gründen, speisten sich aus der registrierten Rückständigkeit und Rückwärtsgewandtheit des Zarenreichs. Über die nach der Niederlage im Krimkrieg einsetzenden Veränderungen in Russland und auch in Marxens Haltung sprach am zweiten Tag u. a. Giovanni Sgro (Neapel).

... ein Sturkopf

Dass Marx ein Sturkopf und bissig sein konnte, ließ Wolfgang Eckhardt (Berlin) wissen - nicht ohne zuvor ebenfalls das Erscheinen eines neuen Bandes zu vermelden, nämlich des sechsten einer auf 12 Bände konzipierten Bakunin-Ausgabe. In diesem sind Briefe enthalten, die den Konflikt zwischen Marx und Bakunin reflektieren. Jener begann mit der Gründung der Ersten Internationale (IAA) 1864. Marx erlitt zwei Abstimmungsniederlagen kurz hintereinander gegen Bakunin, einmal in der »Polen-Frage«, zum anderen bezüglich der Abschaffung des Erbschaftsrechts. Weshalb der Deutsche aus London wetterte: »Dieser Russe will offenbar Diktator werden, er soll sich sich in Acht nehmen, sonst wird er exkommuniziert.« Die Schlammschlacht, so Eckhardt, war strömungsgeschichtlich bedingt, lag in konträren programmatischen und strategischen Auffassungen begründet. Bakunins Meinung, Arbeiter in Parlamenten oder gar Regierungen würden nicht mehr Arbeiter sein und auf einst Ihresgleichen herabblicken, reizte Marx zur Attacke.
Aus dem heutigen Russland waren drei Forscher (Tatjana Ivanovna Filimonova, Svetlana Gavrilcenko und Valerij Fomicev) zur Tagung angereist - was Rolf Hecker vom Verein zur Förderung der MEGA-Edition als Ereignis herausstellte: »Für unsere Freude aus Japan und China ist es leichter in die deutsche Hauptstadt zu kommen.«

Der Artikel wurde am 27.09.2011 auf http://www.neues-deutschland.de veröffentlicht.
Den Artikel finden Sie unter: http://www.neues-deutschland.de/artikel/207682.mr-marx-brillant-und-bissig.html
(c) Neues Deutschland 2011

Monday, 26 September 2011

Marx and Alienation Essays on Hegelian Themes Sean Sayers

Marx and Alienation

Essays on Hegelian Themes

Sean Sayers



What does Marx mean by 'alienation'? What role does the concept play in
his critique of capitalism and his vision of a future society?

Marx and Alienation deals in depth with some of the most important
philosophical assumptions of Marx's work. It sets Marx's account of
alienation and its overcoming in the context of the Hegelian philosophy
from which it derives, and discusses it in relation to contemporary
debates and controversies. It challenges recent accounts of Marx's
theory, and shows that knowledge of Hegel's philosophy is essential for
an understanding of central themes in Marx's philosophy.

Marx and Alienation explains and discusses Marx's ideas in an original
and accessible fashion and makes a major contribution to Marxist
philosophy.

 SEAN SAYERS is Professor of Philosophy at the University of Kent He has
 written extensively on Marxist and Hegelian philosophy. He is the
 founder and editor of the online Marx and Philosophy Review of Books.

 Palgrave Macmillan 2011 - ISBN 9780230276543 - Hardback £50.00

Political Economy After Economics: Scientific Method and Radical Imagination David Laibman Routledge, 2012. Pp, xix, 236

Political Economy After Economics: Scientific Method and Radical Imagination
David Laibman
Routledge, 2012.  Pp, xix, 236   Hardcover, $130.


CONTENTS

Introduction

1  Value and the quest for the core of capitalism

2  Rhetoric and substance in value theory: an appraisal of the new orthodox Marxism

3  Technical change, accumulation, and the rate of profit revisited

4  Okishio and his critics: historical cost vs. replacement cost

5  Is there a classical theory of supply and demand?

6  Rationing and price control

7  Non-constant returns, Pareto optimality, and competitive equilibrium

8  Broadening the theory of aggregate supply: a "New Critical" proposal

9  Revisioning socialism: the Cherry Esplanade Conjecture

10  Incentive design, iterative planning, and local knowledge in a maturing socialist economy

Sunday, 25 September 2011

Valorisation - Verwertung

In the OPE list, we are having an interesting debate about the translation of "Verwertung" as "valorisation" given by Fawkes. This is my latest post, I think can be useful



Some further comments after a few researches.

As for the German.
  1. The concept of “Verwertung” is a crucial “category” in Capital. If you let me say this, Capital without “Verwertung” is like Christ without the Cross for Christian people: it is essential to Capital's definition and is a category repetitively used all over the book.
  2. The word was not commonly used in Germany in 18th century. In 19th it was then new. Its main meaning was: to pull out the inner value of something and make it useful, in particular for things, which originally did not seem to be useful (Grimm dictionary). This is more or less the same meaning one can find in the current Duden dictionary.
  3. Marx's meaning is then a sort of neologism and it is mechanically created by adding to the noun “Wert” a prefix (ver-) and a suffix (-ung). The second corresponds to “-ation” in English, which does not have a prefix like the German ver-. Still today, Marx's usage of the word is his own usage, is a particular term that expresses a concept defined within the framework of Capital (not a common word in that sense).

As for French and English “historical” translation.
I have shown in a previous email, how the French translation does not have a real translation of Verwertung: many times it is just cut out and then it is translated in very different ways. I paste the quotations provided there:

The entire passage of chapter 4, in which the word is introduced and
repeated several times, is simply *cut off*.
In the same chapter we have "la plus -value qu’enfante la valeur".
Later, in the same chapter another fantastic German sentence is cut off
again: "Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne
Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung".
Later in same chapter it is rendered with: "son procédé de génération
spontanée", next chapter "un accroissement des valeurs"
In chapter 7 it is either cut, or f.i. transformed: "pour être exploitée
dans la sphère de la production" instead of "Verwertungsprozess".
Other cut and then "production de plus-value". Later "travail créateur de
plus-value". I won't not check them all, but on the one hand it seems we
have just cuts, on the other different translations for different passages.
Roy had also a problem with "Prozess", which was not a French word in the
scientific meaning.

The point is that the category has disappeared. IMO, this is a gigantic problem and it is shocking (to me) to realize that French readers of Capital, who could not read German, for about a century have not known that “Verwertung” is one of the central concepts of Capital.
I've checked that “valorisation” was not a French word either; it was introduced in 1907 and it is likely that the origin was the same as in English (Brazil, coffee, etc.)

As for the English (Engels edition), we have something similar. Fortunately we don't have cuts as in the French. But, it is not true that “creation of surplus-value” is THE translation. This is one of several. I've not checked all of them, but here it is the list of what one can find in chapters 1-9 (page numbers from the MEGA2 II/9):


131 Expansion, to augment
132 Expanding process, Expansion of value, Expansion of value
134 Expansion and automatic expansion, its own spotaneus generation
136 Expansion
142 Transformation of merchant money into capital
168 value which that labour-power creates in the labour process
169 production of surplus-value, creating surplus-value
170 creating surplus-value,
171 producing surplus-value, creation of surplus-value
177 formation of value,
178 formation of value, creating value
181 expanding its value,
182 creating surplus-value, increment of surplus-value
183 self-expansion of the value
184 expansion of the capital advanced
187 relative increase of value
193 process of making value beget value

So, also in this English translation the category has disappeared. This is to me the same shock as for the French one.

Given that, I don't want to say that “valorisation” is the best solution to render “Verwertung”. I think however that we need one word, or better one category. Since (i) “Verwertung” was almost a neologism, (ii) the particular usage of this term was new, and (iii) it is a mechanical transformation of a noun by adding prefix/suffix, then I think it makes sense to have a neologism in other languages, which follows the same pattern (standard grammatical alteration of a starting noun).
I know that this is more difficult in English, because the original Latin “valor” has become “value”. IMO it is anyway better than skipping the category.

Messaggi in bottiglia. Versi, parole e pagine sparse di una vita tra Hegel e Marx (recensione del libro di N. De Domenico Visa Cogitata Scripta)

  Messaggi in bottiglia. Versi, parole e pagine sparse di una vita tra Hegel e Marx Pubblicato il 1 settembre 2026 da Comitato di Redazio...